masterclass bei steffen „stilpirat“ böttcher

steffen ist in fotografenkreisen ja bekannt wie ein bunter hund. das war natürlich nicht immer so. seinen blog kenne ich aber bereits seit november 2009, als er sich noch nicht dieser enormen bekanntheit erfreute. in diesen 6 jahren hat er fotografisch so ziemlich alles ausprobiert und dadurch ein riesiges wissen aufgebaut. mich hat er in diesen 6 jahren immer wieder motiviert neues zu probieren, gewohnheiten über bord zu werfen und mit viel fleiß am eigenen können zu arbeiten. leider war mir steffen dabei immer einen tick zu schnell. bevor ich zum probieren kam, war er schon beim nächsten thema und ich dachte mir dann, es wär der hammer, mal ein wochenende mit ihm zu verbringen und ohne diese distanz, die das internet nunmal zwischen uns menschen schafft, mit ihm zu plaudern oder vielmehr von ihm zu lernen.

irgendwie kam es dann, dass steffen, als ob er es gewusst hatte, dass ich darauf warte, anfing workshops anzubieten. ich überlegte, ob ich den hochzeitsworkshop bei ihm besuchen sollte, doch das war mir dann doch etwas zu spezifisch. dann bot er die masterclass an und das konzept, das dahintersteckt hat mich sofort überzeugt. ich wollte sofort nach norddeutschland um an einem der begehrten termine teilzunehmen. doch irgendwie siegte dann doch die vernunft und ich konnte mich, abgeschreckt vom doch stolzen preis, nicht dazu durchringen, diese investition zu tätigen.

einige zeit verging, doch der wunsch, an einer masterclass bei steffen teilzunehmen blieb. was natürlich auch meiner aufmerksamen frau nicht entgangen ist. und so kam es, dass ich zu meinem 30er im vergangenen august einen wochenend trip in die hansestadt mit anschließendem besuch zur masterclass bei steffen bekam.

völlig überwältigt, stieg täglich die vorfreude. doch mit der vorfreude stieg auch die unsicherheit,   ob ich denn überhaupt „gut genug“ für die masterclass sei. mit der zeit setzte sich dann doch die vorfreude durch und ich freute mich sehr, als ich ein mail von steffen’s frau christina erhielt in dem sie uns über den ablauf der beiden tage informierte.

am freitag, den 27. februar ging’s dann endlich los und ich durfte gemeinsam mit nati drei wunderbare tage im hohen norden verbringen. die drei tage vergingen wie im flug und ich hatte kaum zeit um an die masterclass zu denken und wieder nervös zu werden.

bis nati dann am sonntag in richtung flughafen aufbrach und ich wieder zeit hatte an die bevorstehenden zwei tage zu denken. gott sei dank war da noch meine ehemalige arbeitskollegin jutta, die in hamburg lebt und sich als reiseführer für den sonntag abend zur verfügung stellte. so ging’s dann zu einer fotoausstellung, in ein gemütliches café, quer durch’s karo- und das schanzenviertel und zum abschluss noch in ein nettes restaurant.

dann freute ich mich auf einen gemütlichen abend vor dem fernseher und eine erholsame nacht. doch wie so oft im leben kam alles anders. mein magen verkrampfte und mir wurde sauschlecht. an einschlafen war nicht zu denken. ich weiß bis heute nicht, ob ich ein schlechtes fischbrötchen erwischt hatte, oder ob mich der gedanke an die masterclass nicht schlafen ließ.

am morgen kroch ich nach knappen zwei stunden schlaf aus den federn, würgte ein frühstück hinunter und machte mich auf den weg richtung buchholz in der nordheide.

so, viel bla bla über die vorgeschichte kommen wir jetzt zu eigentlichen thema des beitrages, die masterclass bei steffen.

zu meiner großen freude holte er mich persönlich vom bahnhof ab und so konnten wir gleich im auto ein bisschen über uns, die fotografie sowie gott und die welt plaudern. ich hatte im vorfeld viel über die ruhe gelesen, die er angeblich ausstrahlt und dass man sofort das gefühl hat, ihn ewig zu kennen. ehrlich gesagt, dachte ich immer, dass das absoluter bullshit ist. aber es ist tatsächlich so. man merkt sofort, dass da jemand neben einem sitzt, der angekommen ist, der seinen traum lebt und dabei sehr glücklich ist. weiter geht’s dann beim eintreten in das heidestudio, einem liebevoll eingerichteten und bis ins letzte eck durchgestylten alten backsteinbau. als stilpirat-blog-leser kennt man unzählige fotos davon und fühlt sich sofort wohl und keinenfalls fremd.

da waren sie dann auch, die anderen vier teilnehmer. bevor noch jemand etwas sagte, dachte ich mir sofort, hey, die sehen aber nett aus, ich denke, das werden angenehme zwei tage. und genau das sollte sich auch bewahrheiten.

den auftakt machte dann das erste gemeinsame frühstück, das wie auch alle anderen mahlzeiten von christina liebevoll zubereitet wurde.

während wir so dasaßen und unser frühstück genossen, stellten wir uns gegenseitig vor. schön verteilt über ganz deutschland wohnten die vier und ich als österreichischer voralpenländler war quasi der südländer in der runde.

dann ging’s auch schon los, dass uns steffen erstmal seine sicht der dinge erklärte und schnell wurde mir klar welch genialer geschichtenerzähler er ist. man kann ihm stundenlang zuhören ohne auch nur einmal zu gähnen. so verflog die zeit eigentlich die gesamten zwei tage wie im flug. neben erzählungen aus seinem leben, seinen aktuellen projekten und zukunftsvisionen lernten wir eine menge über die wichtigkeit, gutes zu tun, darüber wie wichtig es ist, groß zu denken oder wie wahnsinnig wichtig krokolederschuhe für fotografen sind.

am nachmittag bekamen wir dann besuch von bertan, steffens dauerbrennermodel. wir fuhren in die nordheide und hofften auf dramatischen himmel mit gleichzeitigem sonnenschein. was wir auch bekamen, nachdem des ordentlich gehagelt hatte.

wir konnten steffen beim fotografieren über die schulter schauen und lernten wie einfach es doch ist, ein geniales lichtsetup zu bekommen und wie wahnsinnig schwierig es ist, ein schlechtes foto von bertan hinzubekommen – ich hab’s nicht geschafft!

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anschließend verlegten wir unsere location in den nahen wald und spielten dort noch ein wenig mit dem licht. sehr zum leidwesen von bertan, der sich in seinem schicken anzug den arsch abgeforen hat, dabei aber ziemlich gut gelaunt blieb.

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dann ging’s zurück ins heidestudio, wo noch studiofotografie auf dem programm stand. und es stellte sich wiedermal heraus, dass die genialsten fotos bei einfachsten licht entstehen.

eine lichtquelle:

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nach getaner arbeit gab’s dann noch ein suuuuper leckeres abendessen, bei dem ich alle vorsätze, weniger zu essen über bord warf um mich diesem kulinarischen hochgenuss hinzugeben.

nach dem essen kam der teil, vor dem ich den meisten schiss gehabt hab, das portfolio-review, zu dem jeder teilnehmer seine zehn besten fotos mitbringen sollte. und nein, so schlimm ist das gar nicht, wahrscheinlich auch deshalb, weil man mit sich selber meistens zu kritisch umgeht. aus dem review ergab sich dann ein sehr nettes gespräch unter gleichgesinnten, das dann bei ein paar eisgekühlten becks noch etwas länger dauerte.

am nächsten tag, nachdem wir wieder ein grandioses frühstück aufgetischt bekamen, bekamen wir die aufgabe, uns ein konzept für ein shooting mit steffen und eines für ein shooting mit lena (bertans wunderbaren frau) vorzubereiten. nach der konzeptvorstellung durfte sich entweder steffen oder lena für unser konzept entscheiden.

so schnell ging’s und ich hatte ein shooting mit lena gewonnen. eine einfachere aufgabe gibt’s ja kaum. lena ist auch so eine frau, die kannst du fotografieren wie du willst, die schaut immer gut aus. also erklärte ich ihr nochmal kurz was ich mir vorstelle und dann hatten wir das foto in weniger als fünf minuten im kasten.

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ein weiterer punkt am zweiten tag war noch ein einzelgespräch mit steffen.

auf den inhalt möchte ich gar nicht näher eingehen. aber solltest du, steffen, diesen blogpost lesen, möchte ich nochmals danke sagen, ich bin immer noch ganz geflasht von einen worten, obwohls schon wieder eine woche her ist. DANKE!

am restlichen tag ging’s neben den großmeistern der fotografie noch um themen wie aussenwirkung, bildbearbeitung, marketing usw.

wir quatschten wieder bei dem einen oder anderen becks über gott und die welt und genossen einfach die gemeinsame zeit.

 

im nachhinein betrachtet muss ich sagen, dass ich vor den beiden tagen dachte, dass ich hinterher enttäuscht sein werde, da ich aufgrund der unzähligen rezessionen im internet extrem hohe erwartungen hatte. aber es kam ganz anders, es stimmte einfach ab dem ersten moment. das wochenende davor war einfach toll, der sympathische empfang von steffen, die nette runde und die unglaublich vielen interessanten themen abgerundet vom herrlichen fleischlosen essen machten die masterclass zu einem unglaublich schönen erlebnis.

 

ein langer text, ich weiß, aber ich hätte es echt nicht kürzer fassen können!

 

2 Gedanken zu “masterclass bei steffen „stilpirat“ böttcher

  1. Markus Guhl schreibt:

    Wie wahr! Und sehr schön geschrieben…
    Mir gings ähnlich, ich war auch aufgrund der überschwänglichen Blogbeiträge der Masterclass Teilnehmer etwas kritisch, ob sich wirklich dieser Aha-Effekt einstellen würde. Ganz so geflasht wie manche Teilnehmer war ich dann auch wirklich nicht, ich neige aber generell eh nicht so leicht dazu 😉
    Aber es war definitiv eine überragende Erfahrung und einfach eine sehr angenehme und lehrreiche Zeit mit Steffen und Euch! Von der ersten Sekunde an hat man sich wie zuhause gefühlt… Und es hat mich auf meinem Weg bestärkt und in eine gute Richtung gelenkt! Bin sozusagen jetzt geböttchert 😉
    Viele Grüsse, Markus

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